|
14 Mai |
200% Inflationsanleihe – interessante Geldanlage Chance oder eher nicht? Anleihen
|
Im Finanzbereich gibt es ständig neue Produkte, welche insgesamt auch als Finanzinnovationen bezeichnet werden. Zu diesen neuen in Zertifikate verpackten Produktideen gehören sicherlich auch die so genannten Inflationsanleihen. Es handelt sich hierbei um Anleihen, also Rentenpapiere, deren Rendite oftmals aus einer Kombination zwischen einem Basiszinssatz, und einem an die Inflation gekoppelten Zinssatz liegt.
Mehr Ertrag mit steigender Inflation
Der Anleger “verdient” also je mehr an diesen Anleihen, desto höher die Inflation ist.
Dennoch ist dieser höhere Gewinn im Grunde ein Trugschluss, denn wenn die Inflation steigt, wird dieses durch eine höhere Verzinsung nur ausgeglichen, aber der Gewinn erhöht sich letztendlich nicht.
Auch Morgan Stanley bietet Inflationsanleihen an, und zwar in kurzer Zeit eine 200% Inflationsanleihe. Diese 200 Prozent bedeuten allerdings nicht, wie man vielleicht als Anleger im ersten Moment denken könnte, dass der Kunde eine Verzinsung von 200 Prozent erhält.
Die 200 Prozent sagen vielmehr aus, dass der Anleger im 2. und 3. Jahr den an der Inflationsrate gemessenen doppelt so hohen Zinssatz für die Anleihe erhält. Die Ausstattung der 200% Inflationsanleihe von Morgan Stanley sieht so aus, dass der Anleger im ersten der drei Laufzeitjahre einen festen Zinssatz von 4,5 Prozent erhält.
Inflationsanleihen-Rendite = Inflation x 2
Im zweiten und dritten Jahr ist der Zinssatz hingegen an die Inflationsrate gekoppelt.
Und zwar erhält der Kunde als Ertrag die Inflationsrate x 2 als Zinsgutschrift, daher auch die 200 Prozent in der Bezeichnung der Inflationsanleihe. Legt der Kunden beispielsweise einen Betrag von 5.000 Euro an, und beträgt die Inflationsrate im 2. Jahr der Anlage 3 Prozent, so bekommt der Kunde eine Verzinsung von 6 Prozent in diesem Jahr, hat also einen Zinsertrag von 300 Euro.
Angesichts der aktuellen Diskussion um steigende Inflationsraten scheint diese Anleihe eine verlockende Geldanlage. Mit Blick auf die inflationshemmende Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und der über Jahrzehnte erzielten Geldwertstabilität mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von nur 2% pro Jahr zwischen 1966 und 2006 (Quelle Deutsches Institut für Altersvorsorge), kann sich eine solche Inflationsanleihe möglicherweise auch den Wertzuwachs im eigenen Depot hemmen.
Ergo – eine 200% Inflationsanleihe wie von Morgan Stanley angeboten ist eher was als Depotbeimischung, stellt aber keinesfalls ein Basisinvestment dar.
Kommentare
kommentieren!