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Zertifikate Käufer achten auf 100 Prozent Kapitalschutz

Erst mit dem Zusammenbruch der Lehman Brothers Investmentbank wurde vielen Anleger  bewusst, welche Risiken die Chance, die eine Geldanlage in Zertifikate bietet, begleiten. Schlagartig wurde es um die vorher so beliebte Anlageklasse ruhig, so dass man derzeit dort eher verhalten auf das aktuelle Geschehen an den Börsen reagiert. Alleine Zertifikate mit Kapitalschutz und Unternehmensanleihen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Diese bislang eher subjektive Feststellung hat der Deutsche Derivate Verband (DDV) jetzt mit einer Umfrage unter 1856 Onlineusern bestätigen können.

Diese auf Zertifikate affinen Internetangeboten, wie z.B. OnVista, finanzen.net, finanztreff.de oder boerse-go.de geschaltete Umfrage ergab das rund 20 Prozent der Befragten das Risiko eines Zertifikates als zentrales Entscheidungskriterium sehen, was sich auch im Anlageverhalten widerspiegelt. So haben sich über 60 Prozent der Befragten für ein Zertifikat mit Kapitalschutz entschieden um gegen mögliche heftige Schwankungen der Basiswerte abgesichert zu sein.

Als wichtigste Argumente für Zertifikate und gegen Investmentfonds spricht aus Sicht der Befragten immer noch die große und vor allem themenspezifische Auswahl sowie die Kalkulierbarkeit der möglichen Rendite. Vorteile, die Investmentfonds nur sehr eingeschränkt (z.B. Immobilienfonds) gerecht werden können.

S-Box Asian Plantation Perf. Tracker Zertifikat (ISIN DE000BN1W3L9)

Das S-Box Asian Plantation Perf. Tracker Zertifikat wurde von der BNP Pariabs herausgegeben und ist ein Themen-Zertifikat, welches sich auf die großen asiatischen Agrarhersteller Plantagen bezieht. Grundlage des Zertifikats ist hierbei der von der BNP Paribas sowie der Stuttgarter Börse entwickelte S-Box Plantation Index. Dieser enthält derzeit die Aktien von neun verschiedenen Plantagen-Betreibern sowie Großhandelsunternehmen, die sich in erster Linie auf die Verarbeitung sowie den Handel mit Agrar-Rohstoffen spezialisiert haben. Je nach Entwicklung der Finanzmärkte sowie der einzelnen Werte kann sich die Zusammensetzung des Index natürlich noch verändern.

Preisentwicklung der Agrar-Rohstoffe eher unabhängig von Aktienkursen

Der Index ist vor allem deshalb so interessant, weil Anleger durch den Fokus auf Agrar-Rohstoffe relativ unabhängig vom Aktienmarkt sowie seinen derzeitigen Turbulenzen sind. Vor allem die derzeit hohe Nachfrage nach Palmöl sowie die begrenzten Anbaugebiete sorgen dafür, dass das Angebot gering und somit die Rendite hoch bleibt. Auch die in Zukunft steigenden Preise für Agrarflächen sowie das niedrige Lohnniveau in Asien sorgen dafür, dass die Aktien von Plantagen-Betreibern positiv zu betrachten sind.

Das S-Box Asian Plantation Perf. Tracker Zertifikat bildet diesen Index 1:1 ab und ist daher bei Anlegern sehr gefragt. Die Emission des Zertifikats war bereits am 22.04.2008, die Laufzeit ist open end, so dass sich auch ein späterer Einstieg lohnen kann. Wer direkt zu Beginn der Laufzeit zu einem Nennwert von 100 Euro in diesen Zertifikat investiert hat, musste allerdings bereits herbe Kursverluste hinnehmen. Lag der ursprüngliche Emissionspreis bei 100 Euro pro Anteil, ist der Kurs bereits auf ca. 70 Euro gefallen – das ist zwar immer noch deutlich besser als die Kursentwicklung an den asiatischen Märkten im Allgemeinen, aber auch kein wirklicher Trost.

Best Trigger Express Zertifikat auf Lufthansa

Das Best Trigger Zertifikat wurde von der BNP Paribas am 16.06.2008 emittiert. Sofern das Zertifikat nicht vorzeitig zurückgezahlt wird, ist das Ende der Laufzeit mit dem 22.06.2011 angegeben.

Zertifikat Basiswerte sind Lufthansa, Daimler und Commerzbank

Anders als bei anderen Zertifikaten verfügt das Best Trigger Zertifikat nicht nur über einen Basiswert, sondern über insgesamt drei. Dies sind zum einen die Lufthansa AG und zum anderen die Daimler AG sowie die Commerzbank AG. Über eine eventuell vorzeitige Rückzahlung des Zertifikates entscheidet allein die Wertentwicklung des besten Basiswertes. Dieser Basiswert wurde bei Emission festgelegt. Gleichzeitig wurde das Zertifikat mit einer Barriere von 50% emittiert.

Die Rückzahlung des Zertifikats erfolgt bereits nach einem Jahr, also am 22.06.2009, sofern einer der Basiswerte im Plus notiert. Die Rückzahlung beträgt dann 110%, so dass Anleger eine sehr gute Rendite erzielen können. Konnten alle drei Werte keine positive Entwicklung erzielen, wird die Laufzeit des Zertifikats um nochmals ein Jahr verlängert. Sofern sich zum Betrachtungstermin 2010 mindestens einer der Werte positiv entwickelt hat, wird das Zertifikat dann fällig, und zwar zu 120%.

Maximal drei Jahre Laufzeit – dann Auszahlung zum Nennwert oder auch nicht

Konnte auch 2010 keine Rückzahlung erfolgen, wird die Laufzeit bis zum 22.06.2011 fortgesetzt. Dies ist dann schließlich der letzte Betrachtungstermin. Nur wenn jetzt einer der Werte über dem Ausgangswert liegt, erfolgt die Rückzahlung zu 130%. Ist dies nicht der Fall, notieren also alle Basiswerte im Minus, trotzdem noch über der 50%-Barriere, erhalten Anleger zumindest den Nennwert von 100 Euro ausgezahlt. Nur wenn einer der Aktienkurse auch unter dieser Barriere liegt, wird die Rückzahlung zur prozentuellen Wertentwicklung dieses Wertes erfolgen.

Aufgrund der relativ niedrigen Kurse zum Ausgabezeitpunkt des Zertifikats ist davon auszugehen, dass die Rückzahlung vor dem Ende der dreijährigen Laufzeit erfolgen wird, selbst wenn die Commerzbank durch die Übernahme der Dresdner Bank derzeit mit hohen Kursverlusten rechnen muss.

Goldman Sachs Crude Oil Excess Return Zertifikat (ISIN DE000GS0F7U1)

Wie wird sich der Ölpreis weiterhin entwickeln? Die Frage oder genauer die Antwort auf diese Frage ist nicht nur für Autofahrer interessant sondern auch für Zertifikate Käufer, die sich für oder gegen ein Goldman Sachs Crude Oil Excess Return Zertifikat entscheiden wollen. Anleger, die dem aktuellen Trend eine Beständigkeit zutrauen und in den nächsten Jahren von einer Korrektur hinzu niedrigeren Rohstoff- bzw. Ölpreisen von ausgehen, für die könnte das Goldman Sachs Crude Oil Excess Return Zertifikat eine interessante Depotbeimischung sein.

Die hier vorliegende Zertifikate-Struktur bietet die Möglichkeit im Rahmen eines Bonuszertifikates auch bei fallenden Preisen der Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) bis zu einem festgesetzten Punkt zu profitieren. Die Total Return Komponente des Goldman Sachs Crude Oil Excess Return Zertifikats bietet die Möglichkeit dann von einem Kapitalschutz zu profitieren, sofern die Barriere von 724,49 Punkte für den Basiswert West Texas Intermediate Öl (WTI) zwischen der Emission und dem Ende der Laufzeit nicht berührt oder aber unterschritten wurde.

Die erhöhte Partiziption bei Kursgewinnen bleibt allerdings weiter erhalten. Das Goldman Sachs Crude Oil Excess Return Zertifikat eignet sich nicht nur für alle Anleger, die zukünftig von fallenden Rohstoffpreisen ausgehen sondern auch im Fall von stagnierender Rohstoffpreise können profitable Renditen erzeugt werden. Somit ist das Goldman Sachs Crude Oil Excess Return Zertifikat nicht nur etwas für Großanleger, sondern eignet sich auch bestens für Privatanleger. Die Chance auf eine brauchbare Rendite dieses Goldman Sachs Crude Oil Excess Return Zertifikat ist durchaus gegeben – Anleger können somit gezielt an der Kursentwicklung des West Texas Intermediate partizipieren, auch wenn der Ölpreis mal nicht in neue Höhen steigt.

Mit Gaming Universe Zertifikat, in die Zukunft investieren

Das Geldanlage-Produkt „Gaming Universe Zertifikat“ (ISIN DE000DB9YDY8) ist ein Basket Zertifikat. Das bedeutet, dass es die Wertentwicklung von mehreren Aktien abbildet, die ein Aktienkorb (Basket) enthält. Wie der Name (Gaming) es ahnen lässt, handelt es sich dabei um Aktien von Herstellern von Spielen, wie Videospiele und Onlinespiele. Da alle Basiswerte zur selben Branche gehören, zählt das Zertifikat außerdem zu den so genannten Themen Zertifikaten.

Prinzipiell partizipieren die Käufer von Basket Zertifikaten an allen im jeweiligen Basket abgebildeten Aktien (auch als Basiswerte oder Underlyings bezeichnet). Innerhalb des Baskets sind die verschiedenen Werte unterschiedlich hoch gewichtet, daher beeinflussen deren Wertentwicklungen ebenfalls entsprechend unterschiedlich stark die Wertentwicklung des Zertifikats.

Spielehersteller bilden den Aktienkorb des Gaming Universe Zertifikat

Herausgegeben wurde das „Gaming Universe Zertifikat“ von der Deutschen Bank AG am 12. September 2006 für eine Laufzeit von drei Jahren. Letzter Handelstag ist daher der 12. September 2009 und die Fälligkeit des Wertpapiers ist der 14 September 2009. Der Aktienkorb besteht aus den zwölf internationalen Aktien Activision Blizzard Inc, Sega Sammy Holdings Inc ADR, The9 Ltd, Shanda Interactive ADRs, Square Enix Co Ltd Tokyo, Ubisoft Entertainment SA Montreuil, Capcom Co Ltd, THQ Inc, Midway Games, NetEase.com Inc., Nintendo Corporation Ltd und Electronic Arts.

Somit investieren die Besitzer des „Gaming Universe Zertifikat“ in namhafte Unternehmen, die Spiele herstellen. Daher ist die Anlage vor allem für Investoren, die den wahrlich zukunftsorientierten und wachsenden Marktsektor Spiele optimistisch sehen, geeignet.

Middle East-Indexzertifikat (ISIN DE000TB1SN47)

Zu einem Emissionspreis von 100,00 € pro Anteil hat die HSBC Trinkaus und Burkhardt AG das Middle East-Indexzertifikat mit der ISIN DE000TB1SN47 und der WKN TB1SN4 am 9. Juli emittiert. Aktuell notiert das Zertifikat bei 100,79 € im Briefkurs und kann damit nur knapp über dem Ausgabekurs gehandelt werden.

Mit dem Zertifikat erhält der Anleger die Möglichkeit, in die attraktiven Schwellenmärkte des Nahen und Mittleren Ostens zu investieren. HSBC fasst dabei insgesamt 8 länderspezifische Indizes im so genannten HSBC Optimised Middle East Total Return Index (pdf) zusammen. Damit partizipiert der Kunde an der Entwicklung der, in den untergeordneten Indizes enthaltenen, Aktien aus den Ländern Kuwait, Dubai, Abu Dhabi, Bahrain, Oman, Katar, Jordanien und Ägypten. Dabei enthält jeder der 8 Indizes bis zu 40 Einzelwerte.

Mit kleiner Anlagesumme am Wachstumsstandort Mittlerer Osten partizipieren

Durch die hohe Anzahl an unterschiedlichen Einzelwerten ist gleichzeitig ein Maximum an Diversifikation garantiert. Dem Zertifikatsinhaber bietet sich also theoretisch die Möglichkeit, ab einem Anlagebetrag von rund 100 €, an der Wertentwicklung der wichtigsten Werte aus dem Zielgebiet zu partizipieren. Das Zertifikat ist endlos laufend und sollte vom Käufer als Langfristinvestment und Beimischung im Depot dienen.

Allerdings bietet das Zertifikat auch erhebliche Risiken. Die maßgebliche Währung der Basiswerte ist der US-Dollar. Ein eventuelles Comeback des US-Doller könnte wegen einer fehlenden Währungssicherung die Rendite des Produktes deutlich gefährden. Daher sollte der Investor den Wechselkurs EUR/USD stets im Auge behalten und gegebenenfalls ein Hedging tätigen.

Das Produkt ist übrigens über die Börsen Düsseldorf, Stuttgart oder Scoach zu erwerben.

Abgeltungssteuer auf Zertifikate Stichtag 30. Juni 2008

Ab dem nächsten Jahr wird in Deutschland eine neue Form der Kapitalbesteuerung eingeführt. Anstelle des bislang gültigen Halbeinkünfteverfahrens und einer 12-monatigen Spekulationsfrist wird mit der Abgeltungssteuer eine pauschale Erlöse-Besteuerung von 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer eingeführt. Abweichend von der Regelung für Zinseinkünfte, Aktienerträge und Investmentfonds müssen Zertifikate Besitzer bereits spätestens bis zum 30. Juni 2008 in Zertifikate investiert haben um es zu einem späteren Zeitpunkt abgeltungssteuerfrei veräußern zu können.

Abgeltungssteuer Sonderregelung für Zertifikate

Dafür wurde eigens eine gesetzliche Sonderregelung geschaffen, die Veräußerungsgewinne aus Zertifikaten welche nach dem 1. Juli 2009 realisierte werden in jedem Fall steuerpflichtig stellt. Wer der Besteuerung entgehen will, sollte sich als binnen der nächsten 14 Tage für ein Investment in Zertifikate entscheiden und darauf achten diese rechtzeitig vor dem Stichtag im Jahr 2009 wieder zu veräußern ohne die 12-monatige Haltefrist zu unterschreiten.

Die Sonderregelung für Zertifikate war vom Gesetzgeber eigens initiiert worden um Zertifikate Emittenten keine Möglichkeit zu bieten durch lang laufende oder besonders ausgefallene Anlageideen die Steuerpflicht zu umgehen. Vor allem vermögende Anleger werden dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen – anstelle der bislang üblichen Besteuerung der Erträge zum Einkommensteuersatz erhalten sie durch den einheitlichen Steuersatz von 25% einen reduzierten Steuersatz. Durch die sofortige Besteuerung der Erträge und der Nicht-Verrechenbarkeit mit Verlusten aus anderen Geschäften wird der kleine Vorteil des geringeren Steuersatzes allerdings schnell wieder zunichte gemacht.