Das Garantie-Zertifikat

Deutsche Anleger gelten nicht unbedingt als besonders risikofreudig, Wenig verwunderlich daher, dass sich Garantiezertifikate einer immer größeren Beliebtheit erfreuen. Das Garantie-Zertifikat Konzept ist ein schnell erklärtes Verkaufskonzept: Bereits bei Erwerb des Zertifikats weiß der Anleger zu welchem Zeitpunkt er den als Garantie festgelegten Betrag wieder zurückerhält.

Welche Garantien bieten ein Garantie-Zertifikat?

Eine Kapitalgarantie zum Ende der Laufzeit. Garantie-Zertifikate sind in der Regel zeitlich befristete Zertifikate, die zum Ende der mehrjährigen Laufzeit mit einer Kapitalgarantie von z.B. 100% oder 120% die Rückzahlung des eingesetzten Kapital garantieren.
Wie bei Garantiefonds gilt auch für Garantie-Zertifikate eine Stichtagsregelung. Erst zum Stichtag bzw. Fälligkeitstag muss der garantierte Betrag für ein solches Zertifikat ausbezahlt werden. Während der Laufzeit kann der Kurs eines Garantiezertifikats deutlich unter der Garantie liegen.

Wie funktioniert eine solche Garantie?

Eine Garantie kann – unabhängig ob bei Investmentfonds oder Zertifikaten – nur dann gegeben werden, wenn diese finanzmathematisch sicher möglich ist. Was umständlich klingt ist im Grunde einfach, der Großteil des vom Anleger investierten Kapitals wird in eine Nullkuponanleihe investiert, welche zum Stichtag den gewünschten Rückzahlungs- also Garantiebetrag sichert. Die „übrig gebliebene“ Anlagesumme des Sparers wird in verschiedene Geldanlagen investiert, die als Anlageziel des Zertifikats ausgegeben werden. Je nach Qualität des Managements, Börsenlage und eventuellem Fremdkapitaleinsatz, können sich Anleger auf einen mehr oder weniger hohen Wertzuwachs oder eben eine nur Rückzahlung des eingesetzten Kapitals freuen.

Kein Verlust möglich mit Garantie-Zertifikaten?

Ja und nein. Die dem Zertifikat unterliegende Anleihe ist sicher, so lange der Emittent der Anleihe die Rückzahlung leistet. Ausfälle kommen vor, sind aber vor allem bei Garantieprodukten sehr unwahrscheinlich, da hier auf Emittenten bester Bonität geachtet wird.

Verluste fallen deshalb nur durch Inflations-Effekte an. Wer heute 100 Euro investiert und diese in 6 Jahren zurückerhält hat bei einer durchschnittlichen jährlichen Inflationshöhe von 1,6% fast 10% Wertverlust zu verkraften, auch wenn das Geld an und für sich nicht weniger geworden ist.

Das Index-Zertifikat

Wer keine einzelnen Aktien erwerben möchte, sondern eine Auswahl an verschiedenen Aktien mit nur einem Wertpapierkauf in das eigene Depot legen möchte hat zwei Möglichkeiten. Zum einen bliebe der Erwerb eines Aktienfonds, der auf einen bestimmten Index ausgerichtet ist, allerdings nicht zwingend alle Aktien, die im Index enthalten sind auch innerhalb des Fondsvermögens hält. Ziel der Fondsmanager ist es schließlich den Index zu schlagen, nicht ihn abzubilden. Zum anderen besteht die Möglichkeit in ein Index-Zertikat zu investieren, welches tatsächlich ein Abbild des Index ist.

Bei Index-Zertifikate Kauf beachten: Währung und Bezugsverhältnis

Mit Währung und Bezugsverhältnis sind zwei wesentliche Punkte sind bei der Auswahl, bzw. vor Kauf eines Indexzertifikats zu berücksichtigen. Wer nicht an der Entwicklung eines europäischen Index teilhaben möchte, sondern eventuell Index Zertifikate ins Auge gefasst hat, die z.B. auf einen asiatischen oder südamerikanischen Index bezogen sind, sollte eine vorhandene Währungsabsicherung überprüfen. Schwankende Wechselkurse können durchaus dazu beitragen, dass aus einer positiven Entwicklung eines Index eine negative Entwicklung des zugehörigen Zertifikats resultiert.

Nicht ganz so relevant ist das Bezugsverhältnis, spätestens bei Kauf des Index-Zertifikats wird das Bezugsverhältnis sichtbar. Entspricht der Kaufpreis nicht dem aktuellen Index Stand, sondern eher einem Zehntel der aktuell Index-Notierung, so handelt es möglicherweise um ein Index-Zertifikat mit einem Bezugsverhältnis von 1:10.

Discount Zertifikat

Was ist ein Discount Zertifikat? So etwas wie die Möglichkeit eine Aktie preiswerter zu erwerben als es der aktuelle Kurswert an der Börse zeigt. Unter „Discount“ verstehen die Anbieter tatsächlichen einen Preisnachlass gegenüber dem aktuellen Börsenwert eines Wertpapiers. Der Preis, den Anleger für den Discount-Nachlass auf den Börsenwert zahlen ist z.B. der Verzicht auf die Dividende (also die Gewinnausschüttung, die Aktionäre erhalten) oder aber auf einen Teil der Wertsteigerung.

Discount Zertifikat mit Cap

An einem Beispiel verdeutlicht – beträgt der Wert einer Aktie 100 Euro und ein Anleger erwirbt ein Discount-Zertifikat, welches im Verhältnis 1:1 den Wert der Aktie abbildet für z.B. 90 Euro, dann verzichtet er auf die möglicherweise in der Folge anfallende Dividenden Ausschüttung und auf einen bestimmten Anteil an der Kurssteigerung. Die eingeschränkte Wertsteigerung wird als „Cap“ bezeichnet und wird von der Bank, die das Zertifikat herausgegeben hat vorgegeben. Würde der Cap z.B. bei 120 Euro bestehen, die Aktie aber über diesen Wert steigen, gehört die über diesen Wert erzielte Gewinnsteigerung der Bank. Der Discount-Zertifikat Besitzer hat dann zwar eine Aktie preiswerter erworben als dies zum Zeitpunkt des Erwerbs an der Börse möglich gewesen wäre, aber nicht die volle Gewinnsteigerung erhalten, da sein maximaler Höchstwert durch das Cap auf 120 Euro begrenzt worden ist.

Keine Kursveränderungen oder leichte Verluste der Aktie

Verändert sich der Kurs der Aktie während der Laufzeit des Zertifikats kaum, oder fällt sogar leicht, haben Anleger eines Discount Zertifikats immer noch den Vorteil dieses Zertifikat günstiger als die Aktie erworben zu haben. Sie profitieren also durch den günstigeren Einstiegspreis und haben dadurch einen Risikopuffer bei leicht fallenden Kursen.

Geldanlagen in Zertifikate – Investments mit Discount und Rolling Discount